Indonesien / Outdoor

Dieng Plateau Java: Tempel, Kraterseen und das andere Indonesien

Updated 1. Juni 2026
Der farbige See Telaga Warna in Dieng

Wer an Indonesien denkt, denkt an Bali, Surfer und Yoga. Das Dieng Plateau auf Java ist das genaue Gegenteil davon. Auf 2100 Metern Höhe, umgeben von sieben Vulkanen und weit weg von jedem Strand, liegt eines der aussergewöhnlichsten Reiseziele Indonesiens: alte Hindutempel, farbige Kraterseen und eine Vulkanlandschaft, die an einen anderen Planeten erinnert.

Ich bin mit dem Lokalbus hingereist, obwohl mir alle davon abgeraten haben. Es war eine der besten Entscheidungen meiner Java-Reise.

Anreise zum Dieng Plateau: Mit dem Lokalbus von Yogyakarta

Als ich in Yogyakarta Informationen einholte wie ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln dahin komme, haben alle den Kopf geschüttelt und mir händeringend davon abgeraten. Zu kompliziert sei es, zu lange und unbequem.

Schlussendlich hatte ich etwa vier völlig unterschiedliche Wegbeschreibungen und Zeitangaben erhalten. Natürlich hat das meine Neugier nochmals mehr angefacht. Ich wollte «das andere Java» kennenlernen, abseits von Stränden und Massentourismus.

Ich hab also alle Meinungen die ich erhalten haben einmal kräftig durchgemixt und bin am morgen früh zum Busbahnhof. Nach fünf Stunden und drei Bussen bin ich dann auch tatsächlich im Dörfchen Dieng angekommen.

Dieng Dorf im Hochland von Java, Indonesien

Dieng – ein kleines Dorf im Hochland Javas

Die Fahrt an sich ist schon sehr spektakulär, sie führt auf über 2000 Meter Höhe durch eindrückliche Vulkanlandschaft. Nach den chaotischen Städten als letzte Destinationen, hat das viele Grün meine Augen verwöhnt und staunend habe ich die spektakulären Ausblicke aufgesogen.

In Dieng angekommen habe ich erstmals einen tiefen Atemzug genommen, denn auf die super angenehmen 15-20 Grad habe ich mich gefreut. Für einmal läuft der Schweiss nicht in Strömen und ich kann mehr als 50 Meter am Stück gehen, ohne gleich das Verlangen nach einer Dusche zu haben.

Dieng ist ein winziges Dörfchen mit sehr netten Einwohnern. Alle winken mir zu und halten an, um mit mir ein Schwätzchen zu halten.

Mystisch schöne Landschaft rund um das Dörfchen Dieng

Mystisch schöne Landschaft rund um das Dörfchen Dieng

Das Dieng Plateau erstreckt sich über 15 Quadratkilometer und ist von sieben Vulkanen umgeben. Es ist auf 2100 Metern über dem Meeresspiegel und das Plateau selbst ist ein kollabierter Vulkankessel, welcher auch heute noch aktiv ist. Überall blubbert und spritz es und es sind kleine Seen und Krater zu finden. Wer Wandern und Natur mag, kann hier ruhig einige Tage verbringen.

Das Highlight ist aber ganz klar der Arjuna Tempelkomplex und der Sikidang Krater mit dem farbigen See. Alles kann ohne Probleme alleine erkundet werden, aber man kann sich in der Gegend schnell einmal verlaufen und an den eigentlichen Highlights vorbeistolpern. Ich würde einen Guide empfehlen, es lohnt sich auch, um mehr über die Tempel und das Dieng Plateau zu erfahren.

Der Arjuna Tempelkomplex: Die ältesten Hindutempel auf Java

Hier finden sich die ältesten Hindutempel auf Java, welche im 8. Jahrhundert nach Christus gebaut wurden. Ursprünglich gab es über 400 Tempel auf dem Dieng Plateau, die der Anbetung Shivas gegolten haben. Im Laufe der Jahre wurden die meisten verschüttet oder durch Vulkanaktivität zerstört. 1864 wurden die schlammbedeckten Tempel wieder freigelegt.

Der Arjuna Tempelkomplex besteht aus fünf Tempeln, welche die Namen von alten Wayang-Mythen aus der Geschichte der Mahabharata aus Indien tragen. Deshalb trägt er auch den Namen Pandava-Tempelkomplex.

Tempel des Arjuna Komplexes auf dem Dieng Plateau

Tempel des Arjuna Komplexes auf dem Dieng Plateau

Tempelkomplex auf dem Dieng Plateau

Tempelkomplex auf dem Dieng Plateau

Der Sikidang Krater: Vulkanlandschaft zum Anfassen

Der Sikidang Krater liegt auf dem Dieng-Plateaus und man kann direkt in seinen Schlund hineinsehen. Er ist nicht so, wie man sich diesen eigentlich vorstellt, sondern eher ein Loch im Boden, aus dem heisser Dampf und beissender Schwefelgestank empor quillt. Überall in der näheren Umgebung brodelt es und Schwefel steigt aus dem Boden empor.

Es lohnt sich, auf die kleine Anhöhe beim Hauptkrater heraufzusteigen, von wo aus man einen perfekten Überblick über das Gebiet hat. Die Szenerie mutet ein bisschen wie eine Mondlandschaft an und ist einfach nur faszinierend.

Mondlandschaft beim Sikidang Krater

Mondlandschaft beim Sikidang Krater

Der Sikidang Krater in Dieng

Der Sikidang Krater in Dieng

Die Legende besagt, dass der Sikidang Krater entstand, als der Prinz Pangeran Kidang Garungan von seiner versprochenen Liebe Ratu Shinta Dewi wegen seines antilopenartigen Kopfes verschmäht wurde.

Der Prinz wurde durch eine List in einem Brunnen eingesperrt. Um hier wieder herauszukommen schüttelte er das Erdreich bis dieses explodierte.

Der Sikidang Krater auf dem Dieng Plateau

Der Sikidang Krater auf dem Dieng Plateau

Telaga Warna und Telaga Pengilon: Die farbigen Seen des Dieng Plateaus

Ganz in der Nähe, aber versteckt zwischen Hügeln und Wäldern, finden sich zwei Seen, der «farbige See» und der «Spiegelsee». Der Telaga Warna (der farbige See) ist eine mit Wasser gefüllte vulkanische Caldera, in welcher sich kleine aktive Gasschlote befinden.

Die beiden Seen kann man von einer Anhöhe aus bestaunen, denn hier bietet sich ein wahrhaftig traumhafter Ausblick. Spektakulär und mit ein wenig Nebel geradezu mystisch.

Telaga Warna farbiger See Dieng Plateau Java

Der farbige See Telaga Warna in Dieng

Wunderschöne Aussicht auf den Telaga Warna See auf dem Dieng Plateau

Wunderschöne Aussicht auf den Telaga Warna See auf dem Dieng Plateau

Reiseinformationen: Unterkunft, Preise und praktische Tipps

Anreise

Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Yogyakarta aus ist lang, aber sie lohnt sich. In Yogyakarta gibt es zwei Busstationen, Giwangan und Jombor heissen sie. Du kannst in beiden Busstationen zusteigen, aber es lohnt sich, direkt von der Jombor Busstation loszufahren. Den von Giwangan fährt der Bus erst durch die ganze Stadt zur Jombor Station. Es fahren mehrere Busse täglich.

Für 10’000 Rupien* fährt der Bus zuerst in einer Stunde nach Magelang. Dort muss auf den Bus nach Wonosobo umgestiegen werden, der 20’000 Rupien kostet und die Fahrt zwei Stunden dauert.

Von Wonosobo geht es dann nochmals in einer Stunde nach Dieng, auch wieder für 10’000 Rupien. Alles zusammen sind das 40’000 Rupien (3 CHF/2.45 Euro).

Meistens gibt es direkten Anschluss, alles in allem muss mit 4-5 Stunden Fahrzeit gerechnet werden. Dies alles in kleinen, engen Lokalbussen, wo auch fleissig geraucht wird. Zurück nimmt man den selben Weg oder man fährt von Wonosobo nach Surakarta (Solo).

Unterkunft

In Dieng gibt es an der Hauptstrasse viele Homestays. Diese sind meistens einfach, aber gut und die Besitzer ausserordentlich freundlich. Oft ist ein Frühstück im Preis inbegriffen. Die Nacht kostet um die 100-150’000 Rupien* (7-11 CHF/6-9 Euro). Eine Reservierung ist nicht notwendig.

Preise*

Der Eintritt für den Arjuna Tempelkomplex und dem Besuch des Sikidan Kraters schlägt mit 25’000 Rupien zu Buche. Beim See sind nochmals 7000 Rupien zu berappen. Umgerechnet sind das zusammen 2.30 CHF oder 1.95 Euro. Ein offizieller Guide steht für 150’000 Rupien (11 CHF/9 Euro) zur Verfügung.

Das Dieng Plateau ist definitiv ein Highlight eines Java Besuches. Du solltest dich durch die umständliche Anreise nicht abschrecken lassen und es auf keinen Fall verpassen, es lohnt sich allemal. Hier kannst du eine wahrhaft andere Seite von Java kennenlernen.

Freundliche Menschen, ein angenehmes Klima und ganz besondere Naturschauspiele warten hier auf dich.

*Bitte beachte, dass sich die Preise bestimmt geändert haben, da dieser Artikel schon ein paar Jahre alt ist. Wenn du neuere Infos hast, gerne in die Kommentarfunktion damit.

Warst du auch schon dort und hat es dir auch so gut gefallen? Oder kennst du in Java andere Orte, die etwas Abseits des üblichen Trampelpfades sind?

Tipp: Wer Java besucht, sollte auch den Vulkan Ijen nicht verpassen.

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About Author

Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

19 Comments

  • Ivana
    29. Juni 2014 at 21:27

    Da hatten wir eine ähnliche Idee 😉 Bei meinen Top,7 von Java wirst Du auch das Dieng Plateau finden und als weitere Geheimtipps Kapung Naga und Candi Sukuh. Ersteres isr ein wiklrich schönes lebendiges Museumsdorf mit traditioneller Lebensweise, letzteres ein Pyramidentempel, der eher nach Mexiko passen würde.

    LG,
    Ivana

    Reply
    • Sarah
      4. Juli 2014 at 15:47

      Liebe Ivana, danke für deine Anmerkung. Candi Sukuh muss spannend sein und auch ein toller Kontrast zum restlichen Java. Aber ich habe ihn leider selber nicht gesehen…

      Reply
  • Oli
    6. Juli 2014 at 14:20

    Huch… das habe ich auf meiner Reise verpasst. Schade.

    Aber meine goldnere Travellerregel lautet ja ohnehin: «Lass immer einen guten Ort aus. Dann hast du einen Grund, zurückzukehren…» 🙂

    Reply
    • Sarah
      7. Juli 2014 at 11:22

      Für das Dieng Plateau lohnt es sich zurückzukehren!

      Reply
  • […] Sikadang Krater liegt auf dem Dieng Plateau, welches an sich schon eine Reise wert ist. Die Anreise dauert von Yogyakarta aus um die fünf […]

    Reply
  • […] Ijen-Vulkans auf Java – inklusive Schwefelsee und blauem Feuer. Mein Java Tipp: Besuche das Dieng Plateau, trotz der langen Anreise. Es liegt etwas abseits des üblichen Trampelpfads und bietet […]

    Reply
  • Ken
    30. Oktober 2014 at 3:35

    Ich war vor knapp einem Monat auch in Dieng und muss dir auch absolut zustimmen, ein MUSS dort einige Tage zu verbringen. 🙂 Ich muss sagen, dass meine persönlichen Highlights aber eher abseits der Touristenpfade da waren. Was ich z.B. seeeeeeeeehr empfehlen kann ist vom Sikidang Krater her ebenfalls auf diese Anhöhe zu steigen von da her aber weiter hinauf ins Dickicht zu laufen. Es hat da einen kleinen Trampelpfad den man «hochklettern» muss. Wenn du mal oben bist, auf der anderen Seite alles wieder hinunter und du wirst in einer magisch wirkenden Oase der Ruhe stehen. (Ein Krater, der mit saftigem Grün bewachsen ist und indem es wirklich wirklich mucksmäuschenstill ist)
    In meinem Blog habe ich ausserdem noch einige meiner anderen Erlebnisse vom Dieng Plateau beschrieben, falls jemand Interesse hat. 🙂

    Reply
    • Sarah
      31. Oktober 2014 at 9:19

      Toll hat dir der Sikadang Krater auch gefallen. Vielen Dank für deine Ergänzungen.

      Reply
  • Tina von Choices-of-life.com
    14. Juli 2015 at 18:42

    Oh wie sehr mag ich deinen Artikel und schwelge in Erinnerungen… Ich war im April diesen Jahres dort und war mindestens genauso begeistert 🙂 Ganz grossartig geschrieben! Viele Grüsse

    Reply
    • Sarah
      15. Juli 2015 at 8:50

      Vielen Dank. An das Dieng Plateau denke ich wirklich auch gerne zurück… Schön wars.

      Reply
  • Arne
    5. August 2015 at 18:24

    Hallo! Danke für die Informationen, ist sehr hilfreich für mich.
    Ich bin gerade in yogya, und habe auch vor in ein paar Tagen nach dieng zu fahren.

    Sind dort auch heisse Quellen wo man drinne Baden kann? Habt ihr Tipps?

    Liebe grüsse
    Arne

    Reply
    • Sarah
      6. August 2015 at 8:59

      Super, Dieng ist wunderbar! Irgendwo gibt es heisse Quellen, ich war aber nicht dort. Vor Ort findest du aber problemlos Leute die dir weiterhelfen und sagen können, wo die sind. Dieng ist ganz klein und die Leute super lieb. Viel Spass dort!

      Reply
  • Indonesien Guide - Swiss Nomads
    4. März 2016 at 9:39

    […] mit grossem Sulfat-Vorkommen im Osten von Java – Sarah von Rapunzel Travel hat dazu einen interessanten Bericht […]

    Reply
  • […] gibt, die besucht werden können. In Java habe ich drei davon besucht, den Tangkuban Perahu, den Sikadang Krater und den Ijen. Alle drei haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ich habe zwar schon […]

    Reply
  • Indonesien Reisetipps - Swiss Nomads
    3. April 2018 at 2:46

    […] mit grossem Sulfat-Vorkommen im Osten von Java – Sarah von Rapunzel Travel hat dazu einen interessanten Bericht […]

    Reply
  • Lena
    9. September 2018 at 8:35

    Hallo Sarah, das hört sich echt super an! Eine Freundin und ich wollen kommende Woche nach Dieng. Kannst du uns sagen, wie in etwa deine Verbindung war und von welchem Busbahnhof du abgefahren bist? Liebe Grüße von Sumatra!

    Reply
    • Sarah Althaus
      9. September 2018 at 9:11

      Unter dem Abschnitt «Anreise» findest du die genauen Infos zu meiner Hin- und Rückreise. Viel Spass!

      Reply
  • Christoph
    7. Dezember 2024 at 11:52

    Vielen Dank, Sarah, ich komme im März 2025 auf das Plateau und Deine Hinweise erhöhen meine Spannung auf diese tolle Landschaft mit Tempeln.

    Reply
    • Sarah
      12. Dezember 2024 at 9:57

      Eine ganz schöne Reise wünsche ich dir!

      Reply

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