Wer Java bereist, kommt an zwei Orten nicht vorbei: dem buddhistischen Borobudur und dem hinduistischen Prambanan, beide UNESCO-Weltkulturerbe und beide in weniger als einer Stunde von Yogyakarta aus erreichbar.
Ich habe beide Tempel auf eigene Faust erkundet — ohne geführte Tour, dafür mit viel Zeit und dem Vorsatz, mir die Anlage wirklich in Ruhe anzusehen. Was dich erwartet, was Tickets kosten und warum das Ramayana Ballet am Abend fast noch eindrücklicher ist als die Tempel bei Tag, liest du hier.
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Borobudur: Die buddhistische Pyramide, die Jahrhunderte im Verborgenen lag
Das ist eine pyramidenförmige Anlage, die vermutlich zwischen 750 und 850 erbaut wurde. Da sich im 11. Jahrhundert das Machtzentrum verlagerte, geriet die Anlage in Vergessenheit und wurde erst 1814 wiederentdeckt. Insgesamt türmen sich neun Stockwerke zur quadratischen Pyramide auf, welche im Uhrzeigersinn begangen werden und das Leben Buddhas aufzeigen.
In Borobudur finden sich 72 Stupas, welche die Hauptstupa mit 11 Meter Durchmesser umrahmen. Der Borobudur Tempel hat schon oft unter dem Ausbruch des Vulkans Merapi gelitten, zuletzt im Jahr 2010, als er in einer grossen Putzaktion von Vulkanasche gesäubert worden ist.
Prambanan und das Ramayana Ballet — hinduistische Götter zum Anfassen
Prambanan ist die grösste hinduistische Tempelanlage Indonesiens und wurde um 850 erbaut, jedoch nicht lange bewohnt. Daher ist die Anlage recht schnell verfallen. 1918 begann der Wiederaufbau des Komplexes, welcher bis heute andauert. Ebenso wie Borobudur wurden auch die Prambanan Tempel oft vom Vulkan Merapi beschädigt.
Die Anlage setzt sich aus acht Haupttempeln zusammen, sowie mehr als 250 Einzeltempeln, die die Hauptschreine umgeben. Die Tempel sind den drei Göttern Shiva, Vishnu und Brahma geweiht.
Eine ganz besondere Art die Prambanan Tempel zu erleben, ist ein Besuch im Ramayana Ballet. Zwischen Mai und Oktober findet die Aufführung als Open-Air statt und zwar mit den schön beleuchteten Tempeln als Hintergrund. Die restlichen Monate findet das Ballet drinnen statt.
Den Besuch des Ballets solltest du dir unbedingt gönnen, es gehört zu den schönsten Erlebnissen in Java und zeigt den Hindu-Epos in einer grossartigen Performance auf.
Borobudur auf eigene Faust: Tour oder selbst organisieren?
Beide Anlagen kann man auf eigene Faust und mit öffentlichen Verkehrsmitteln besuchen, was aber im Endeffekt nur geringfügig vom Preis einer organisierten Tour abweicht. Ausserdem sind die Touren so angelegt, dass man genügend Zeit hat, sich alles anzusehen. Es muss also nicht, wie es sonst bei Touren öfters vorkommt, gehetzt werden.
Die Touren zu den beiden Tempeln können in Yogyakarta in jeder Ecke gebucht werden. Es ist möglich, beide Tempel an einem Tag zu besuchen. Wenn du aber Zeit hast, würde ich je einen Tempel pro Tag ansehen und dafür noch das Ramayana Ballet ins Programm einbauen.
Du kannst Touren auch bequem über GetYourGuide buchen, wie hier für das Ramayana-Ballet* oder eine geführte Halbtages-Tour* ab Yogyakarta.
Vergiss nicht, dass du nicht der einzige Tourist sein wirst, Borobudur und Prambanan gehören zu den bekanntesten Stätten in Java und alle wollen sie sehen.
Wenn das Schuljahr zu Ende geht, sind dort auch viele Schulklassen zu Besuch. Dann fängt für dich als Tourist das Martyrium an: Alle wollen ein Foto mit dir. Und wenn du einmal Ja sagst, kommen sie aus allen Ecken gerannt und wollen noch mehr Bilder.
Fazit
Ich habe schon viele historische Tempel in Südostasien besucht. Manche sagen, hat man einen gesehen (oder hat man Angkor Wat gesehen), hat man sie alle gesehen. Ich bin da aber anderer Meinung, denn sie sind alle so unterschiedlich und wenn man sich etwas mit der Geschichte und der Bedeutung auseinandersetzt, gibt es immer viel Neues oder manchmal auch Parallelen zu entdecken.
Was denkst du? Ist es immer dasselbe oder ist für dich jede Tempelanlage ein Unikat?
Wenn du auf Java unterwegs bist, solltest du dir einen Besuch des Vulkans Ijen und seinem blauen Feuer nicht entgehen lassen.
Hier gibts noch mehr Inspiration für deine Indonesien-Reise:
- Dieng Plateau Java: Tempel, Kraterseen und das andere Indonesien
- Indonesien: So war mein Besuch wirklich
- Lohnt sich Jakarta? Was die Stadt zu bieten hat
- Ubud: Wie spirituell ist das Herz von Bali noch?







4 Comments
Simon
3. Juli 2014 at 11:52Hallo Sarah
Was für ein toller Bericht, da kommt Fernweh auf. Wir leben/reisen richtiggehend mit dir mit, vielen Dank dafür!
Wir waren 2005 beim Borobudur. Ich fand das auch toll. Ich würde sagen, hat man 2-3 pro Land gesehen, hat man alle in einem Land gesehen. Das gilt aber vor allem für mich. Manche mögen Museen, andere Shopping-Center, noch andere Tempel. Jedem das Seine.
Wir haben den Ausflug mit einem privaten Auto gemacht. Das war sehr, sehr günstig und so konnten wir zum Sonnenaufgang dort sein.
Es gab zu der Zeit auch nicht so viele Touristen (aber vielleicht streiche ich diese einfach in meiner Erinnerung).
Liebe Grüsse,
Simon
Sarah
4. Juli 2014 at 15:43Ja, vielleicht hast du das mit den Touristen wirklich aus deiner Erinnerung gestrichen. Aber es kann natürlich auch sein, dass es damals noch nicht auf dem Radar von so vielen Touris war. Denn sehr, sehr günstiig ist es jedenfalls nicht, zum Sonnenaufgang zu fahren – im Gegenteil…
Aber es freut mich natürlich sehr, reist ihr mit mir mit! 🙂
Oli
6. Juli 2014 at 14:14Das hängt wohl auch mit der Saison zusammen. Als ich dort war, gab es auch nicht besonders viele Touristen. Ich würde mal schätzen, dass sich immer rund 30 bis 50 Leute gleichzeitig auf dem Tempel befanden. Das klingt zunächst nach einer ganzen Menge, aber die vertelen sich ja auf die verschiedenen Etagen.
Insgesamt fand ich Borobudur allerdings etwas enttäuschend. Mit Ausnahme dieses einen Tempels gibt es auf dem Gelände eigentlich nicht wirklich was zu sehen.
Zum Thema Sonnenaufgang: Es ist auch möglich, am Ort zu übernachten. Dann fällt die teure Taxifahrt weg.
helga
15. März 2016 at 13:12ich war im Sommer 2011 in Bordobudur und Prambanan, mit jeweils sehr wenigen Touris. Kaum Ausländer (einige Holländer), nur vereinzelt Indonesier. Ein sehr angenehmer Aufenthalt. Glücklicherweise wollte mit uns niemand ein Foto 🙂
Wegen der der Vulkanasche konnten wir leider nicht bis zum obersten «Stock» von Borobudur was ich sehr schade fand! Denn zuoberst wären die besten Bilder entstanden.