Malaysia

Malaysia: Ein Roadtrip auf Penang

Updated 30. April 2026

Penang ist bekannt für George Town. Streetart, Essen, Architektur – darüber haben alle geschrieben. Wir aber wollten wissen was der Rest der Insel zu bieten hat. Also haben wir ein Auto gemietet und sind losgefahren.

Die ehrliche Antwort vorweg: Es war schön, interessant, manchmal überraschend, manchmal ernüchternd. Wer einen Hochglanz-Reisebericht erwartet, ist hier falsch. Wer wissen will wie Penang wirklich ist, liest weiter.

Wobei, losdüsen – in Malaysia herrscht Linksverkehr. Obwohl wir uns das bereits aus Thailand gewohnt sind, fährt es sich mit einem Auto doch nochmal anders und wir brauchen eine kurze Eingewöhnungszeit. Dann umrunden wir die Insel entgegen dem Uhrzeigersinn.

Praktische Infos für deinen Penang Roadtrip

  • Wie lange braucht man? Wir waren zwei Nächte und drei Tage unterwegs, aber wir reisen bewusst langsam. Die Runde um die Insel schaffst du problemlos an einem einzigen langen Tag, ohne übernachten zu müssen. Mit Kindern oder wenn du mehr Zeit an einzelnen Stops verbringen willst, plane zwei Tage ein.
  • Auto mieten: Das einfachste ist die Abholung direkt am Flughafen Penang. Wir buchen immer über Sunny Cars und haben damit sehr gute Erfahrungen gemacht. Ein internationaler Führerschein ist nicht nötig – dein Schweizer, Österreichischer oder Deutscher Führerschein reicht aus.
  • Linksverkehr: In Malaysia wird links gefahren. Wer das nicht gewohnt ist, braucht eine kurze Eingewöhnungszeit, besonders an Kreuzungen und Kreiseln. Wir kamen aus Thailand und hatten es dort bereits geübt, trotzdem war das Auto nochmals eine andere Erfahrung als das Motorrad.
  • Route: Wir sind entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren. das hat sich gut bewährt. Die wichtigsten Stops in dieser Reihenfolge: Flughafen / Air Itam (Kek Lok Si Tempel) → George Town → Schwimmende Moschee → Batu Ferringhi → Monkey Beach (Taman Negara Pulau Pinang) → Art & Garden by Fuan Wong → Süden / Flughafen
  • Übernachtung: Wir haben im Lost Paradise Resort übernachtet, eine schöne Anlage, direkter Meerblick, aber mit Einschränkungen (mehr dazu im Artikel). Eine Alternative die wir nicht selbst ausprobiert haben aber empfohlen bekommen haben: Malihom – für Paare ideal, für Familien leider zu klein.
  • Budget: Penang ist günstig. Ein Mietwagen kostet je nach Anbieter ab ca. 25–40 CHF/EUR pro Tag. Essen ist sehr preiswert, besonders Streetfood in George Town. Eintritt Kek Lok Si Tempel: kostenlos (Aufzug ca. 2 EUR). Monkey Beach per Boot: ca. 10–15 EUR pro Person.
  • Beste Reisezeit: Trockenzeit auf Penang ist von Dezember bis Februar. Die restlichen Monate sind feucht und heiss, mit gelegentlichen Regenschauern. Wir waren ausserhalb der Trockenzeit dort: es war heiss, aber angenehm im Wald im Norden der Insel.

Besuch des Kek Lok Si Tempel

Das Auto nehmen wir am Flughafen entgegen und fahren als erstes zum Kek Lok Si Tempel, der in Air Itam, kurz vor George Town liegt. Direkt vom Parkplatz führt eine Bahn eine Ebene weiter hoch. Dort wartet auch schon ein Golfcart, welches uns ein paar Meter den Hügel rauffährt zur Pagode der Zehntausend Buddhas.

Nebst den Buddha-Figuren gibt es eine Menge Souvenierstände, die wir umkreisen müssen und es kommt schon fast ein bisschen Jahrmarktfeeling auf.

Hinter alle den Ständen finden wir den Aufzug, der uns schlussendlich zur Statue von Kuan Yin bringt, der Göttin der Barmherzigkeit. Die Tempelanlage gilt als Älteste seiner Art in Malaysia.

Rauf gehts mit der Bahn.

Durch die Souvenierstände wühlen.

Die Aussicht von ganz oben über Penang ist wunderschön. Wir nehmen uns Zeit, zünden Räucherstäbchen an und hängen Wunschbänder auf.

Der chinesisch-buddhistische Tempel, dessen Name ungefähr mit „Tempel des höchsten Glücks“ übersetzt werden kann, ist den Stopp auf jeden Fall wert. Trotz des vielen Kitschs ist die eigentliche Anlage sehr schön.

Im Kek Lok Si Tempel auf Penang.

Die Statue von Kuan Yin.

Hier können Wünsche angebracht werden.

Highlight George Town

Wer jetzt noch nicht in George Town war, würde nun ein paar Tage für den Besuch der Stadt einplanen. Wir sind aber schon 10 Tage da gewesen und haben hier ausführlich darüber geschrieben.

Wir haben uns all die verschiedenen Tempel angesehen, die Clan-Jettys besucht, waren auf dem Pop-Up Markt des alten Bus Depots und den Kindern wurde es durch die vielen Angebote auch nicht langweilig.

Die Love Lane in George Town, Malaysia.

Schwimmende Moschee

Wir verlassen George Town, doch es fühlt sich gar nicht so an, als würden wir aus der Stadt fahren. Das Häusermeer auf beiden Seiten der Strasse wird kaum kleiner und uns wird bewusst, wie dicht besiedelt die Insel ist. Bald erreichen wir die Schwimmende Moschee von Penang (Moschee Daerah Timur Laut – Masjid Terapung).

Sogenannte schwimmende Moscheen finden sich in Malaysia vielerorts, wo es Wasser gibt. Sie schwimmen nicht wirklich, sondern stehen auf Pfeilern im Wasser und erwecken so den Eindruck, als würden sie schwimmen.

Ich werde herzlich begrüsst, nehme meinen Umhang entgegen und kann das Innere besichtigen. Die Moschee ist nicht besonders gross, aber hübsch gestaltet. Schön ist die Terrasse im hinteren Teil, welche aufs Meer hinausragt.

Die schwimmende Moschee von Penang.

Terrasse der Moschee.

Malaysia und der Müll

Ein paar Meter vom Moschee-Stop entfernt übernachten wir im Lost Paradise Resort. Schöne Anlage, direkt am Meer – und leider unzählige Kakerlaken im Zimmer. Aber das eigentliche Problem ist ein anderes: Das Wasser um Penang ist stark verschmutzt, überall liegt Müll.

Strand auf Penang, hier extra ohne Müll fotografiert.

Malaysia hat ein massives Müllproblem. Und hier kommt die unbequeme Wahrheit: Ein grosser Teil dieses Mülls stammt aus Europa und Nordamerika. Wir exportieren unsere Abfälle per Schiff nach Malaysia, bemängeln dann das fehlende Umweltbewusstsein vor Ort und nennen uns selbst Recycling-Weltmeister. 2018 war Malaysia mit Abstand der grösste Importeur von Plastikabfällen weltweit.

Das zu sehen tut weh. Und es macht klar: Reisen bedeutet auch, in den Spiegel zu schauen.

Einen spannenden Artikel, der das Problem aufzeigt und beschreibt, liest du in der Süddeutschen Zeitung.

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Ausflug zum Monkey Beach

Aus oben beschriebenem Problem, sind auch die Strände rund um Batu Ferringhi nicht besonders sehenswert. Im Nordwesten der Insel finden wir einen kleinen Nationalpark, den Taman Negara Pulau Pinang.

Es führt ein Wanderweg zum Monkey Beach, doch wir wählen mit den Kindern den bequemeren Weg per Boot. Wir bekommen Schwimmwesten und gleich entdecken die Kinder die angehängten Pfeifen, mit denen man in einem Notfall auf sich aufmerksam machen kann.

Sie brauchen aber keinen Notfall, sondern pfeifen die ganze Fahrt lang freudig damit rum. Unser Kapitän freut sich über die Abwechslung und macht begeistert mit. Was für ein Konzert!

Am Monkey Beach auf Penang.

Der Monkey Beach ist ziemlich leer. Vor der Pandemie gab es hier einige Strandbars und Übernachtungsmöglichkeiten, von denen die Meisten nicht mehr in Betrieb sind.

Das eigentliche Highlight für die Kinder aber, sind natürlich die Affen, die zu ganzen Banden am Strand herumtoben und auf Beutezug sind.

Die Affen am Monkey Beach auf Penang.

Art & Garden by Fuan Wong

Die Weiterfahrt wird kurvenreich und führt immer bergauf. So eine Landschaft haben wir nicht erwartet und wir sind begeistert vom Wald und der angenehmen Frische, die damit einhergeht.

Der nächste Stopp ist der Art & Garden by Fuan Wong. Der Glaskünstler hat hier eine Oase seinesgleichen geschaffen. Er ist einerseits ein Sammler von Pflanzen und andererseits ein Künstler, der hier einen wundervollen Skulpturenpark erschaffen hat.

Art & Garden by Fuan Wong

Wir erkunden den Park und entdecken immer wieder kleine Besonderheiten, die in die Natur eigebettet sind. Neben hübschen Blumen glänzen Glasblumen und sogar einen Baum aus Glas haben wir entdeckt.

In diesem Garten ist ein kleines Refugium entstanden, in dem Kunst und Natur wundervoll koexistieren. Vielen bekannte Künstler:innen aus dem In- und Ausland haben hier auch ihre Werke beigesteuert.

Der Skulpturenpark ist wunderschön.

Die Kunst aus Glas wird in die Natur eingebettet.

Kunst im Garten auf Penang.

Unterwegs im Skulpturenpark auf Penang.

Wir fahren weiter bis in den Süden der Insel und wieder zum Flughafen. Die letzte Nacht verbringen wir in der Nähe von Bayan Lepas beim Flughafen. Unterwegs finden wir viele verschiedene Farmen. Durian-Farmen sind am häuftigsten vertreten. Aber es gibt auch einige Bauernhöfe, Ponyfarmen und Ziegenfarmen.

Penang ist stellenweise ziemlich bergig.

Fazit

Einen Roadtrip rund um Penang zu machen lohnt sich – aber mit realistischen Erwartungen. Der Kek Lok Si Tempel ist beeindruckend, der Art & Garden by Fuan Wong eine echte Überraschung, der Monkey Beach mit Kindern ein Highlight. Die Strände sind es weniger.

Was mich am meisten beschäftigt hat, war nicht eine Sehenswürdigkeit, sondern das Müllproblem. Es hat mich aufgewühlt, nachgedacht und letztlich mehr über unseren eigenen Konsum nachdenken lassen als irgendetwas anderes auf dieser Reise. Vielleicht ist das das ehrlichste Reise-Souvenir das man mitnehmen kann.

Würdest du die Insel mit dem Auto umrunden? Ich würde es wieder tun – aber ich würde mir mehr Zeit lassen und weniger erwarten.

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Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

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