Das Jungfraujoch steht auf vielen Bucketlists – und auf meiner auch. Als Schweizerin war ich lange nicht dort, dabei reisen Menschen aus aller Welt an, um auf 3.454 Metern über Meer zu stehen und den Aletschgletscher zu bestaunen. Ich hole das nach.
Hier erfährst du wie du aufs Jungfraujoch kommst, was dich dort erwartet und was du unbedingt nicht verpassen solltest.
Lange stand der Besuch des Jungfraujochs auf meiner Bucket List und jetzt wurde es wahr. Endlich konnte ich mal die Aussicht geniessen, für die so viele Leute in die Schweiz reisen.
Bin ich in einem anderen Land, suche ich zwar immer die Geheimtipps, aber auch die bekannten Sehenswürdigkeiten lasse ich nicht aussen vor. Im eigenen Land kommen solche Dinge aber oft zu kurz. Das sollte sich mit dem Jungfraujoch – dem Top of Europe – ändern.
Früh am Morgen gehts los und mache mich mit dem Zug auf nach Interlaken. Schon an der Bahnstation merke ich, dass ich nicht die einzige bin und einen weltbekannten Ort besuche. Die Bahn ist voller Asiat:innen, die einen Besuch des Jungfraujochs als einer der Höhepunkte ihrer Europareise ansehen.
Mit der Bahn aufs Jungfraujoch: Die zwei Routen
Es gibt zwei Möglichkeiten auf das Jungfraujoch zu gelangen. Mit der Bahn geht es entweder via Lauterbrunnen oder alternativ via Grindelwald auf das Joch. Ich will natürlich beide Strecken machen, so wähle ich den Aufstieg via Lauterbrunnen.
Bereits bei der Fahrt ist das Dreiergespann von Eiger, Mönch und Jungfrau sichtbar und wirft einen langen Schatten in das Tal. In Lauterbrunnen wird das erste Mal umgestiegen. Es geht vorbei an den Trümmelbachfällen, an Wengen, bis hinauf zur Kleinen Scheidegg.
Hier sind bereits die Wintersportler:innen zu beobachten. Obwohl es bisher leider nicht so viel Schnee gegeben hat, lassen sich viele nicht durch die widrigen Schneeverhältnisse vom Spass abhalten und befahren die Gegend um das Lauberhorn.
Auf der kleinen Scheidegg wechsle ich nochmals die Bahn und nehme den letzten Abschnitt der wunderschönen Reise auf mich. Auf der Strecke hoch zum Joch hält die Bahn zwei Mal an.
Den ersten Stopp gibts an der Eigerwand, wo sich bereits ein toller Ausblick über die Bergwelt bietet. Beim Eismeer, dem Stopp Nummer 2, ist der Blick auf das ewige Eis einfach spektakulär. Die Aussicht erfolgt jeweils durch grosse Fenster, denn der letzte Abschnitt der Bahn führt durch einen Tunnel durch den Berg, was an sich schon sensationell ist.
Der Bau der Bahn bis aufs Jungfraujoch hat 16 Jahre gedauert und am 1. August 1912 wurde der höchstgelegene Bahnhof Europas auf 3454 m eröffnet.
Sphinx-Observatorium: Der Ausblick auf 3571 m
Es gibt einiges zu entdecken auf dem Jungfraujoch. Bevor ich mir aber alles in Ruhe anschaue, will ich die Aussicht geniessen. Mit dem schnellsten Lift der Schweiz werde ich innerhalb von 27 Sekunden auf das Sphinx-Observatorium und zur Aussichtsterrasse auf 3571 m katapultiert.
Dort angekommen lasse ich mich von der wunderschönen Bergwelt begeistern. Das Wetter ist perfekt, der Ausblick sensationell und alle Besucher:innen auf der Aussichtsplattform begeistert. Mit einem schier endlosen Blick über das Mittelland versuche ich mir bekannte Ort auszumachen und mich zu orientieren. Auf der gegenüberliegenden Seite bewundere ich den Aletschgletscher.
Die Sonne scheint, die Aussicht ist herrlich und ich irgendwie einfach zufrieden. Seit ich meine Bergliebe entdeckt habe, macht mich die Alpenwelt einfach glücklich. Am liebsten möchte ich loslaufen und die wunderbare Bergwelt erwandern und schauen, was hinter dem nächsten Gipfel liegt.
Eispalast und Alpine Sensation
Dafür begebe ich mich auf dem Erlebnisrundgang «Alpine Sensation», der in Licht, Musik und Einzelbildern die Geschichte des Tourismus der Jungfrauregion erzählt. Durch alte Fotografien und Werkzeuge lassen sich hier die enormen Anstrengungen des Baus durch den Berg erahnen.
Der Tourismus der Region von früher bis heute wird hier anschaulich näher gebracht und in einer kleinen Karsthöhle, kann ich dem Geheimnis des Berges auf den Grund gehen.
Faszinierend ist ebenso der Eispalast. Dieser wurde 1934 von zwei Bergführern aus Eis gehauen und seitdem immer erweitert. Heute misst der Eispalast über 1000 Quadratmeter und es können viele Skulpturen bestaunt werden.
Auf dem Gletscherplateau
Als ich mir alles angesehen habe, muss ich aber einfach noch mal raus. Richtig raus, nicht nur auf die Aussichtsplattform, sondern auf das Gletscherplateau. Hier lässt sich der Berg besser fühlen, habe ich ihn tatsächlich unter meinen Füssen. Die Schuhe quietschen im Schnee, die Luft ist dünn und die Sonne stark. Ein grosser Tannnenbaum, weihnächtlich geschmückt, trohnt auf dem Plateau.
Viele Besuchende kommen hier das erste Mal mit Schnee in Berührung. Sie veranstalten Schneeballschlachten, legen sich auf den Boden oder schnüffeln ganz vorsichtig am Schnee. Es ist herrlich, diese Begeisterung zu beobachten und sich anstecken zu lassen.
Der Besuch des Jungfraujochs ist ein wirklich schönes Erlebnis. Die Aussicht ist einmalig und der Blick über den Aletschgletscher einfach spektakulär.
Als ich über Grindelwald nach Interlaken Ost zurück fahre, geht ein langer, aber schöner Tag zu Ende. Die Stimmung am Thunersee, der mit Nebelfetzen verhangen ist, wird der krönende Abschluss und ich bin wieder einmal dankbar, darf ich solche Naturschönheiten erleben.
Jungfraujoch besuchen: Lohnt sich der Ausflug?
Ganz ehrlich, günstig ist der Ausflug aufs Jungfraujoch nicht und an schönen Tagen teilst du dir die Aussichtsplattform mit ziemlich vielen Menschen. Wer stille Bergmomente sucht, findet die eher auf einer Wanderung abseits der Bahnstationen.
Trotzdem würde ich immer wieder hinfahren. Die Fahrt durch den Tunnel, der erste Blick durchs Fenster beim Eismeer und dann die Aussicht vom Sphinx-Observatorium sind einfach in einer eigenen Liga.
Für mich lohnt sich das Jungfraujoch vor allem dann, wenn das Wetter mitspielt und du dir einen ganzen Tag Zeit nimmst, statt es im Vorbeifahren abzuhaken.
Meine Tipps für den Besuch des Jungfraujochs
- Plane einen ganzen Tag ein. Die Anreise dauert je nach Startort mehrere Stunden, und oben gibt es genug zu sehen um problemlos 3-4 Stunden zu verbringen.
- Fahre möglichst mit der ersten oder zweiten Bahn los. Je früher du oben bist, desto ruhiger ist es – und die Lichtstimmung am Morgen ist sowieso die schönste.
- Die Tickets sind regulär teuer. Es lohnt sich, vorher auf der Website der Jungfrau Region nach Aktionsangeboten zu schauen. Bei GetYourGuide findest du auch immer wieder tolle Angebote und Touren auf das Jungfraujoch* (Affiliate-Link).
- Ziehe dich warm an, auch im Sommer. Auf 3.454 Metern ist es kalt, windig und die Sonne auf dem Gletscher täuschend stark. Sonnenbrille und Sonnenschutz sind Pflicht.
- Wer Schokolade mag, sollte im Lindt Chocolate Shop vorbeischauen. Da es sich um einen Fabrikladen handelt, sind die Preise deutlich günstiger als anderswo.
- Für die Rückfahrt empfehle ich die andere Route zu wählen. Entweder via Grindelwald oder via Lauterbrunnen, je nachdem wie du raufgefahren bist. So siehst du beide Strecken und kriegst noch mehr von der Bergwelt mit.
Hast du jetzt Lust noch mehr vom Berner Oberland und der Schweizer Bergwelt zu sehen:
Der Artikel Wanderung Rinderberg – Horneggli: der Alpenzauberweg mit Kindern nimmt dich mit auf einen Erlebnisweg für die ganze Familie im Saanenland und in Gstaad im Winter: Glacier 3000, Skifahren und kulinarische Highlights zeige ich dir die Region zur kalten Jahreszeit.
Schöne Wandertipps gibts auch im Artikel der Wanderung Hardergrat zum Augstmatthorn und der Beitrag Unterwegs im Bernbiet – 5 Tipps für Wandervögel liefert dir noch mehr Wanderideen in der Region.
Ich bedanke mich bei Jungfrau Region, die mich zu diesem Ausflug eingeladen haben. Meine Meinung bleibt natürlich meine eigene.Affiliate-Links sind mit * gekennzeichnet. Wenn du darüber buchst, erhalte ich eine kleine Provision, für dich entstehen keine Mehrkosten.

5 Comments
Winterwunderland: Meine Bucket List! | Rapunzel Travel
12. Januar 2016 at 8:37[…] Auf dem Jungfraujoch stehen – at the top of Europe – und über den Aletschgletscher blicken! ✓ Hier gehts zum Artikel! […]
Verena
13. Januar 2016 at 18:35Nein, wie schön! Da wird mir meine Liebe zu den Schweizer Bergen wieder bewusst. Klingt, als müsse ich dort unbedingt mal rauf!
Dein Kommentar «höchster Bahnhof Europas» hat mich etwas schmunzeln lassen und erinnert mich an meine eigene «Berg-Bahn-Erfahrung»: In Saas-Fee im Wallis, wo ich regelmässig Ski fahren durfte, gibt es die sogenannte Metro Alpin, eine Art Berg-U-Bahn. Ich konnte mir das Googeln nicht verkneifen und habe bei Wikipedia gefunden, dass die Station «Mittelallalin» sogar auf 3456m ü. M. liegt. Aber einen Bahnhof kann man das nicht nennen und ganz so herrlich frei ist die Aussicht dort auch nicht. Trotzdem einen Besuch wert, zumal es dort oben das sogenannte Drehrestaurant gibt. Wäre das nichts für deine Winter-Bucker-List? 🙂 Oder warst du gar schon einmal da?
Sarah
13. Januar 2016 at 21:30Leider war ich noch nie in Saas Fee, würde aber total gerne hin. Ich wollte das erst sogar auf meine Winterbucket List nehmen. Aber so lange, dass ich alles machen kann was da drauf steht, ist der Winter dann auch wieder nicht. Das muss für den nächsten Winter warten.
Nord-Peru Reisen
18. Januar 2016 at 20:21Wunderschöne Photos, die richtig Lust auf Winter und Schnee machen !!
Vom Gornergrat nach Zermatt: Ein Paradies für Wanderfreunde | Rapunzel Travel
14. August 2016 at 9:22[…] so wie ich sie eigentlich liebe. Je verlassener, desto besser. Das Gornergrat ist eher im Stil vom Jungfraujoch. Dort halt, wo einfach alle hinfahren. Aber irgendwie hat es ja auch einen Grund, wieso alle am […]