Hanoi trifft einen nicht sofort. Die Stadt braucht etwas Zeit – und ichselbst auch.
Die Hauptstadt Vietnams ist lebendig, laut und voller Energie. Die Strassen sind voll, der Duft von frischer Phở zieht durch die Gassen und überall passiert irgendetwas. Wer sich darauf einlässt, findet eine Stadt mit echtem Charakter: Die Altstadt ist touristisch, aber nicht für Touristen zurechtgemacht.
Das Französische Viertel überrascht mit kolonialer Architektur, die irgendwie nicht so recht hierhergehört und trotzdem ihren Reiz hat. Und an der Eisenbahnstrasse spielt sich das Leben so nah und selbstverständlich ab, dass man einfach stehen bleibt und schaut.
Hanoi ist nicht für alle. Aber wer sich auf die Stadt einlässt, findet etwas, das in Südostasien selten geworden ist: eine echte Stadt, die sich noch nicht vollständig dem Tourismus ergeben hat.
Hier zeige ich dir, was du alles entdecken kannst.
Hanoi Altstadt: Das touristische Zentrum mit Nachtmarkt
Die Altstadt ist das touristische Zentrum von Hanoi. Hier befinden sich die meisten Hostels und sonstige Angebote für Touristen. Es gibt ebenfalls einige Märkte, am interessantesten ist wohl der Nachtmarkt, der immer am Freitag, Samstag und Sonntag ab 19 Uhr in der Altstadt statt findet.
Es gibt billige T-Shirts, die neusten Pop-Hits oder Fleischspiesschen – es ist alles zu finden. Die Strasse wird währenddessen für den Verkehr gesperrt. Tagsüber sind hier viele Geschäfte zu finden, die alles für den täglichen Bedarf anpreisen. Ebenso findet man hier billige Kleidung.
Französisches Viertel: Koloniale Architektur und Opernhaus
Hier finden sich viele teure Modehäuser in unglaublich schicken Gebäuden. Das Opernhaus ist selbstverständlich auch im französischen Viertel. Das Herumschlendern lohnt sich allemal, obschon es etwas komisch ist, in einer so ruralen Stadt wie Hanoi all die Boutiquen der teuren internationalen Marken zu sehen. Sie passen irgendwie nicht so richtig hierher und sind meistens leer.
Hoan Kiem See: Das Herz von Hanoi
Dieser See ist für Touristen wohl der bekannteste und der am einfachsten zu erreichende. Er liegt gleich zwischen Altstadt und Französischem Viertel und hat die perfekte Grösse, um gemütlich rundum zu schlendern. Hier spielt sich vor allem am Wochenende und am Feierabend das Leben im Zentrum ab. Es wird flaniert, gespielt, fotografiert und getratscht.
Ho Chi Minh Mausoleum: Vietnams wichtigstes Nationaldenkmal
Diese beiden Orte sind für Hanoi und seine Bewohner sehr wichtig, wird doch ihr Nationalheld Ho Chi Minh hier aufbewahrt. Es gibt hier etwas spezielle Öffnungszeiten, der Besuch muss also wohl geplant sein. Der ganze Ho Chi Minh Komplex ist nur morgens für drei Stunden geöffnet, am Wochenende und Wochentags weichen die Zeiten etwas voneinander ab. Am Montag ist geschlossen. Am besten du erkundigst dich direkt in Hanoi über die aktuell gültigen Öffnungszeiten.
Der Leichnams von Ho Chi Minh wird jedes Jahr für einige Monate nach Russland gebracht, wo der Körper «restauriert» wird. Um das Mausoleum und das Museum zu besuchen, ist angemessene Kleidung nötig (keine Shorts, Trägertshirts etc.)
Hoa Lo Gefängnis: Das «Hanoi Hilton»
Das Gefängnis dient heute als Museum und beschäftigt sich mit der Zeit vor 1954, als die Franzosen hier vietnamesische Patrioten und Revolutionäre gefangen hielten und folterten. Das Ganze wird sehr anschaulich gemacht, indem Gegenstände, die zur Folter benutzt wurden ausgestellt sind und die ehemaligen Zellen mit Puppen bestückt wurden.
Das Gefängnis wurde später während dem Vietnamkrieg zur Inhaftierung amerikanischer Kriegsgefangener benutzt und wird seitdem Hanoi Hilton genannt, um die angenehmen Haftbedingungen für Amerikaner zu verdeutlichen. In einem kleinen Teil wird diese Zeit des Gefängnisses dargestellt. Wie viel davon aber einfach nur Propaganda ist, sei dahingestellt. Man sieht Bilder von Amerikanern beim Fussballspielen, Kartenspielen, lachend rumalbern. Es mutet mehr wie ein Feriencamp an. Was davon nun wirklich der Wahrheit entspricht…
Literaturtempel: Hanois älteste Universität
Der Literaturtempel ist ein konfuzianischer Anlagenkomplex, welcher das Hauptheiligtum Vietnams darstellt. Die ganze Anlage wurde 1070 erbaut und bis 1915 wurden hier die Söhne der Aristokratie unterrichtet.
Der Literaturtempel beherbergte die erste Akademie des Landes sowie die nationale Universität. Das ganze Gelände umfasst 54000 m2. Die Besichtigung des Literaturtempels ist ein Muss und am aufschlussreichsten mit einem Führer, der direkt vor Ort engagiert werden kann.
Die Eisenbahnstrasse: Hanois verrückteste Sehenswürdigkeit
Die Besonderheit in Hanoi ist, dass die Eisenbahnschienen mitten durch ein Wohnviertel führen. Oder die Häuser bis an die Schienen herangebaut wurden. Ich weiss nicht was zuerst da war, die Eisenbahn oder die Häuser. Laufe an der Phung Hung Strasse entlang und du wirst sehen was ich meine.
Es ist eindrücklich zu sehen, wie selbstverständlich sich das Leben auf den Schienen abspielt. Es wird gehandelt, gekauft, ein Schwätzchen gehalten, Wäsche rausgehängt…. Ein paar Mal pro Tag fährt dann der Zug vorbei, da wird dann eben kurzerhand alles reingeräumt.
Essen in Hanoi: Phở, Strassenküchen und lokale Spezialitäten
Hanois Küche hebt sich stark vom Rest des Landes ab. Es gibt ganz eigene Spezialitäten, aber auch die vietnamweit bekannten Gerichte wie Phở, werden hier anders zubereitet als im Süden. Selbstverständlich gibt es auch hier überall Strassenküchen und der nächste Essensstand ist nie weit entfernt.
Unterkunft in Hanoi: Wo du am besten übernachtest
Hier gibts Tipps für tolle Unterkunftsmöglichkeiten in Hanoi, da gibt es nämlich einige (alles Affiliate-Links):
- MAY DE VILLE Lumiere Hotel
- La Mejor Indochine Hotel
- Peridot Grand Luxury Boutique Hotel
- Sunline Central Hotel
- La Belle Maison
Warst du auch schon in Hanoi und hast einen besonderen Tipp parat?
Hier gibts noch mehr Infos zu Vietnam:
- Gaumenfreuden in Vietnam: Vom besten Essen der Welt
- Tet, das Neujahrsfest in Vietnam
- Backpacking in Südostasien: Alles was du wissen musst









3 Comments
Step
24. März 2014 at 23:50sarah schön langsam wird es unheimlich, je länger ich deinen blog lese umso mehr stelle ich fest, dass wir offensichtlich in vielen dingen denselben geschmack haben……auch ich fand hanoi grossartig, trotz schlechten wetters. die athmosphäre, die authentizität, das chaos, die märkte – wunderbar! war eigentlich meine lieblingsstadt in vietnam, nicht so verwestlicht wie saigon zum beispiel.
Marlene Winckler
15. Mai 2025 at 18:50Hanoi ist keine kleine Stadt. Es sind nicht 1, 5 Millionen Menschen, die hier leben, sondern fast 8 Millionen
Sarah
19. Mai 2025 at 10:45Da hast du natürlich völlig recht!