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Salvation Mountain: Irrsinn oder Hingabe in der Wüste Kaliforniens

Updated 18. Juni 2026

Auf dem Weg vom San Diego zum Joshua Tree Nationalpark liegt der Salvation Mountain, ein knallbunter Berg mitten in der Wüste, der aus Lehm, Stroh und Farbe besteht. Leonard Knight hat fast 30 Jahre seines Lebens daran gearbeitet, um der Welt zu sagen: «God Is Love.» Wir machen den Umweg. Es lohnt sich.

Willkommen beim Salvation Mountain in Kalifornien!

Da wir von San Diego zum Joshua Tree Nationalpark unterwegs waren, lag der Salvation Mountain fast auf dem Weg. Na ja, wenn man eine Umweg von zwei Stunden als «auf dem Weg» betrachtet. Aber während eines Roadtrips durch die Staaten relativiert sich das Verhältnis zu Distanzen.

Niland und Slab City: Ankunft am Ende der Welt

Die Fahrt durch die Wüste ist ansonsten wenig spektakulär. Hier gibt es tatsächlich nichts weiter zu sehen und wir vertreiben uns die Zeit mit Gesprächen, Musik und Süssigkeiten.

Als wir in Niland ankommen, müssen wir erstmals tanken. Die Tankstelle erinnert mich ein wenig an ein Tarantino-Movie. Ich erwarte jederzeit eine Vampirattacke oder ein wild um sich ballerndes Duo auf der Flucht. Ich weiss, meine Fantasie geht manchmal etwas mit mir durch. Aber hier fühlt es sich echt an wie im Wilden Westen. Alles ist halb verlassen und nur Bruchbuden die rumstehen.

Auf gut Glück fahren wir in die Wüste ins Nirgendwo raus, denn das Navi hat keine Ahnung wo es uns hinschicken soll. Aber es dauert nicht lange, da sehen wir den Salvation Mountain aufragen. Schon von weit her springt uns die Botschaft «God Is Love» entgegen.

God Is Love, so meint der Salvation Mountain.

 

Der Salvation Mountain: Farbe, Lehm und Liebesbotschaften

Der Berg leuchtet in allen Farben, zuoberst thront ein Kreuz. Irgendwie fasziniert und irgendwie verwundert steige ich aus dem Auto aus. Ich bewundere den Berg, hergestellt aus Lehm und Stroh und bemalt mit Liebesbotschaften an Gott. Es gibt Grotten, die noch viel schöner gestaltet sind und ausgemusterte, bemalte Autos zu bestaunen.

Im Innern des Salvation Mountain.

Wenn ich mich mit der Bibel auskennen würde, könnte ich hier bestimmt auch einen Sinn drin erkennen. Den See von Galiläa erkenne ich, aber zugegebenermassen auch nur, weil ich vorher darüber gelesen habe.

Auch das Wort Sünde sehe ich vielerorts. Da sind mir die vielen roten Herzen dann eindeutig lieber oder ich beschäftige mich mit den Katzen, die in der Gegend rumstreunern.

Hi God!Im Salvation Mountain in Slab City.

Leonard Knight: Der Mann hinter dem Salvation Mountain

Leonard Knight, der im Februar 2014 verstorben ist, hat an diesem Kunstprojekt fast 30 Jahre gearbeitet. Der Berg und die naheliegende Trailersiedlung Slab City sollten durch die Regierung Kaliforniens geschlossen werden.

Als der Salvation Mountain aber bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden ist, wurde er 2002 zum nationalen Kulturgut erklärt.

Am Salvation Mountain in der Wüste Kaliforniens.

Warum Leonard Knight so viele Jahre seines Lebens mit der Erstellung dieses Berges zugebracht hat? Keine Ahnung. Gemäss meinen Recherchen ging es ihm einfach darum die Welt wissen zu lassen, dass «Gott alle liebt».

Der Berg ist wirklich schön anzuschauen und ich bewundere seine Hingabe an dieses Projekt. Je länger ich dort verweile, desto mehr Details entdecke ich.

Dennoch kann ich mich nicht ganz entschliessen, ob das Ganze absolute Hingabe oder totaler Irrsinn ist. Vielleicht von beidem etwas?

Beim Salvation Mountain in Slab City.Auch die Fahrzeuge sind göttlich angemalt.

Salton Sea: Der schöne Umweg zurück

Als wir weiterfahren wird uns klar, dass dieser Umweg zum Weg geworden ist. Denn nicht lange nach dem Salvation Mountain führt die Strasse Richtung Joshua Tree Nationalpark am Salton Sea entlang. Das ist der grösste See in Kalifornien und er ist wunderschön.

Wir stoppen hier und geniessen unser Mittagessen am Ufer des Sees. Bis zum Horizont ist nur Wasser erkennbar, denn wie alles in den USA ist auch dieser See gross. Anscheinend gibts hier gar nichts kleines.

Der Salton Sea in Kalifornien.

Die Stimmung aber ist bezaubernd, wir sind fast alleine dort, schauen den Tieren zu und geniessen die Ruhe. Und wir sind froh haben wir den längeren Weg zum Nationalpark gewählt, wo es unerwarteterweise mehr zu sehen gab als gedacht.

Was meinst du zum Salvation Mountain: Irrsinn oder Hingabe?

Den Salvation Mountain haben wir auf unserem Roadtrip von San Francisco nach Los Angeles entlang des Highway No 1 besucht — einem der schönsten Strecken, die Kalifornien zu bieten hat. Wer die Route plant, sollte diesen Umweg unbedingt einkalkulieren.

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Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

2 Comments

  • Sylwia
    14. Oktober 2018 at 13:49

    «Dennoch kann ich mich nicht ganz entschliessen, ob das Ganze absolute Hingabe oder totaler Irrsinn ist. Vielleicht von beidem etwas?» Könnte auch meine Aussage sein 😉 Ich tippe auf Langeweile kombiniert mit Muße zum Detail und der Sucht nach dem Anderssein.

    Reply
    • Sarah Althaus
      14. Oktober 2018 at 20:28

      So ähnlich würde ich es wohl auch ausdrücken.

      Reply

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