Italien

Aostatal im Winter: Italiens schönster Geheimtipp in den Alpen

Updated 19. Mai 2026
Hütte im Aostatal, Italien.

Das Aostatal kennt kaum jemand. Dabei liegt es genau dort, wo Italien, Frankreich und die Schweiz aufeinandertreffen – eingebettet zwischen den höchsten Gipfeln der Alpen, mit dem Mont Blanc im Blick und Pisten, auf denen man manchmal das Gefühl hat, ganz alleine zu sein. Ein echter Geheimtipp!

Wir sind im Winter hier und das passt perfekt. Schneebedeckte Burgen auf Anhöhen, dampfende Polenta in kleinen Berghütten, leere Skigebiete und ein Nationalpark, in dem wir tatsächlich einen Bartgeier zu Gesicht bekommen. Das Aostatal gibt einem das Gefühl, etwas entdeckt zu haben, das die meisten noch nicht kennen. Und das stimmt auch so.

Von der Schweiz aus ist das Tal übrigens näher als man denkt. Über den Grossen Sankt Bernhard oder den Mont-Blanc-Tunnel ist man schnell mitten drin in einer der schönsten und unbekanntesten Regionen Italiens.

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🏔️ Aostatal im Winter – auf einen Blick

Anreise aus der Schweiz
Über den Tunnel des Grossen Sankt Bernhard (mautpflichtig, ab Martigny) oder den Mont-Blanc-Tunnel (ab Chamonix). Ab Zürich rund 3,5 Stunden mit dem Auto. In den Sommermonaten ist auch der Grosse Sankt Bernhard Pass befahrbar.

Beste Reisezeit im Winter
Dezember bis März. Das Skigebiet La Thuile ist in dieser Zeit geöffnet. Wer den Weihnachtsmarkt in Aosta besuchen möchte, plant am besten Anfang bis Mitte Dezember ein.

Unterkunft
In La Thuile empfehlen wir das Montana Lodge & Spa* – ein Boutique-Hotel mit Spa direkt im Skigebiet. Im Nationalpark Gran Paradiso übernachten wir im familiären Hotel Arthemisa*.

Fortbewegung vor Ort
Ein Auto ist nicht zwingend, aber sehr praktisch. Das Tal ist lang und die Sehenswürdigkeiten verteilen sich über die ganze Region.

Sprache
Das Aostatal ist zweisprachig – Italienisch und Französisch. Englisch wird in touristischen Gebieten gut verstanden. 

Hallo Aostatal!

Hallo Aostatal!

Das Aostatal ist flächen- und bevölkerungsmässig die kleinste Region in Italien, gleichzeitig aber die Reichste. Sie verfügt über einen Sonderstatus und ist eine autonome Region. Ebenso ist die Gegend zweisprachig, es wird italienisch und französisch gesprochen. Die Zweisprachigkeit Aostas wird auch in der italienischen Verfassung festgehalten. So weit, so speziell.

Fakt ist, das Aostatal kennen die wenigsten wirklich. Umso gespannter bin ich auf meine Reise in diese Region, wo ich verschiedenste Ecken des Tal kennenlernen werde. Was macht man da eigentlich? Das Tal ist eine wunderbare Mischung aus Italien, Frankreich und irgendwie auch aus der Schweiz.

Fluss mit Schnee im Aostatal.

Das Aostatal im Winter.

Skifahren im Aostatal: Leere Pisten in La Thuile

In La Thuile kann wunderbar in die Bergwelt der Alpen eingetaucht werden. Für Skifahrer:innen ist die Gegend ein Paradies, schon nur aus dem einfachen Grund, dass hier die Pisten alles andere als überlaufen, resp. zerfahren sind.

Vielleicht in der Osterwoche, wenn doch einige italienische Gäste hier herfinden, gibt es etwas mehr Leute die dem Wintersport frönen. Aber auch dann ist es kein Vergleich zu den übervollen Pisten bekannter Skiorte. Wer es also eher ruhig mag und auch die Pisten gerne für sich selber hat, dem sei ein Skiurlaub in La Thuile empfohlen.

Ich bin dieses Mal ohne Snowboard unterwegs und geniesse einfach nur die Aussicht bis hin zum Mont Blanc. Etwas reuig bin ich es mir aber schon, dass ich ausgerechnet bei diesen super Verhältnissen auf Wintersport verzichte.

Die Bergwelt im Aostatal.

Die Bergwelt im Aostatal.

Leere Pisten in La Thuile.

Leere Pisten in La Thuile.

Skipiste in La Thuile.

Ein wunderbares Skigebiet!

Schloss Fenis: Die schönste Burg im Aostatal

Es sind nicht nur Naturschönheiten, mit denen das Aostatal auftrumpfen kann. Auch kulturell hat die Gegend vieles zu bieten. Während einer Fahrt durch das Tal entdecke ich immer wieder Schlösser und Burgen, die meist auf einer Anhöhe thronen.

Viele davon lassen sich besichtigen, wir entscheiden uns für das Schloss Fenis. Ganz besonders schön sind hier die Wandmalereien und der ganz spezielle Innenhof. Die Mauern sind mit Zinnen bestückt und sogar einen kleinen Rapunzel-Turm entdecke ich hier!

Das Schloss Fenis mit dem Rapunzel Turm.

Das Schloss Fenis mit dem Rapunzel Turm.

Der Innenhof des Schloss Fenis.

Der Innenhof des Schloss Fenis.

Essen im Aostatal: Käse, Pasta und Gewürztraminer

Wir sind in Italien und was liegt hier näher als gutes Essen? Klar, da muss ich nicht lange suchen. Egal in welcher Ecke in Italien ich mich aufhalte, es ist immer gut. Pasta, Pizza und süffiger Wein sind nie weit entfernt.

Im Aostatal finde ich aber einige Spezialitäten. Die Küche ist herzhaft, es finden sich einige Eintöpfe und vieles mit Fleisch. Für mich als Vegetarierin ist das nicht ganz ideal, aber ich finde immer Alternativen. Eine davon ist der ausgezeichnete Käse.

Auch besonders feine Weine werden im Aostatal hergestellt und zum Essen probieren wir uns gerne durch die verschiedenen Tropfen. Besonders erwähnen möchte ich hier noch den aromatischen Gewürztraminer, der im Tal hergestellt wird. Ein Traum!

Kalte Platte mit Fleisch.

Italienische Köstlichkeiten.

Gläser mit Gewürztraminer.

Gewürztraminer aus dem Aostatal.

Auch leckere Desserts gibts im Aostatal!

Auch leckere Desserts gibts im Aostatal!

Chocolatier in La Thuile: Schokolade auf Weltklasse-Niveau

In La Thuile besuche ich den preisgekrönten Chocolatier Stefano Collomb und ehe ich mich versehe, sitze ich vor einer Auswahl seiner ganz besonderen Kreationen. Egal ob Schokolade mit Wachholder, mit Himbeeren oder seine ganz eigene, speziell kreierte Schokolade Tometta de La Thuile mit Haselnüssen aus dem Piemont – ein Hochgenuss. Ganz besonders für eine Schokoladenliebhaberin wie mich.

In der Konditorei mit angrenzendem Café lassen sich all diese Köstlichkeiten zusammen mit einem belebenden Kaffee oder einem feinen Gewürztraminer geniessen.

Chocolatier präsentiert Schokolade.

Chocolatier Stefano Collomb in La Thuile.

Nationalpark Gran Paradiso: Tiere beobachten im Winter

Ich will noch mehr von der Natur in diesem abgeschiedenen Tal sehen und besuche den Nationalpark Gran Paradiso. Er wurde im Jahr 1922 als erster Nationalpark Italiens gegründet. Eingangs des Parks liegt das Besucherzentrum, welches detaillierte Informationen zur Flora und Fauna des Parks bietet.

Dorf im Nationalpark Gran Paradiso.

So präsentiert sich der Nationalpark Gran Paradiso.

Besonders im Fokus steht der Bartgeier, dessen Geschichte äusserst interessant ist. Zu früheren Zeiten wurde der Irrglaube verbreitet, dass er Lämmer und Babys isst und daher gnadenlos gejagt wurde, bis er fast ausgestorben war. Er wurde auch Knochenbrecher oder Lämmergeier genannt. In Wahrheit ernährt er sich bis zu 90% von Knochen von toten Tieren.

Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2.9 Metern ist er der grösste Greifvogel Europas. Mittlerweile auch einer der seltensten. Mit 225 bis 250 Brutpaaren ist er stark gefährdet. Ich lerne eine Menge über das faszinierende Tier.

Nach dem Besuch des Zentrums unternehmen wir zusammen mit der Rangerin Stefanie einen Spaziergang im Nationalpark. Ich bin begeistert, dass wir auch gleich so viele Tiere sehen. Stefanie weist uns immer wieder auf Gämsen oder Steinböcke hin und ich kann mein Glück kaum fassen, als wir tatsächlich einer der eben in der Theorie gesehenen Bartgeier in natura erblicken! So ein stolzes Tier! Und hier im Aostatal gibt es insgesamt nur 3 Brutpaare.

Der Spaziergang durch einen kleinen Teil des Nationalparks bietet wunderschöne Aussichten in einer Winterlandschaft, die wie unberührt scheint. Die Sonne scheint und das Aostatal zeigt sich von seiner schönsten Seite.

Hütte im Aostatal, Italien.

Idyllisches Aostatal.

Spaziergang im Nationalpark Gran Paradiso.

Spaziergang im Nationalpark Gran Paradiso.

Der Nationalpark Gran Paradiso.

Der Nationalpark Gran Paradiso.

Steinbock in den italienischen Alpen.

So ein schönes Tier!

Die Stadt Aosta: Römische Geschichte mitten in den Alpen

Ein Besuch der Hauptstadt der Region darf natürlich nicht fehlen. Aosta ist eine sympathische, kleine Stadt und der Mittelpunkt der Region.

Es gibt einige römische Schätze zu entdecken – beispielsweise die Römischen Mauern, die Porta Preaetoria, den Augustusbogen oder das beeindruckende Römische Theater.

Aosta - eine sympathische Stadt.

Aosta – eine sympathische Stadt.

Aosta mit dem Römischen Theater.

Aosta mit dem Römischen Theater.

Winter in Aosta.

Winter in Aosta.

Weihnachtsmarkt Aosta: Einer der schönsten der Alpen

Bist du vielleicht sogar in der Vorweihnachtszeit in Aosta? Dann vergiss nicht den malerischen Weihnachtsmarkt zu besuchen. Mit den Bergen als Kulisse auf der einen Seite und dem Römischen Theater auf der anderen, ist er einer der schönsten Weihnachtsmärkte die ich bis dahin besucht habe.

Aostatal Geheimtipp

Der Weihnachtsmarkt in Aosta.

Käseauslage auf dem Weihnachtsmarkt in Aosta.

Es gibt Köstlichkeiten zu ergattern!

Rentier Holzfigur auf dem Weihnachtsmarkt in Aosta.

Auf dem Weihnachtsmarkt in Aosta.

Aostatal Anreise: So kommst du aus der Schweiz hin

Zu erreichen ist das Aostatal über Frankreich oder der Schweiz via Mont-Blanc-Tunnel oder dem Tunnel des Grossen Sankt Bernhard. In den Sommermonaten ist natürlich auch der Grosse Sankt Bernhard Pass befahrbar.

Aus Italien kommend ist das Tal über die Autobahn A5 einfach zu erreichen.

Für die Fortbewegung im Tal selbst ist ein Auto nicht zwingend, aber sehr praktisch.

Unterkunft im Aostatal: Wo wir übernachtet haben

In La Thuile: Montana Lodge & Spa* ist ein Boutique & Design Hotel mit schönen Zimmern und einem kleinen Spa. Sehr zu empfehlen.

Im Nationalpark: Hotel Arthemisia*. Ein einfaches, aber gemütliches Hotel mit familiären Gastgebern. Gute und passende Unterkunft im Nationalpark.

Zimmer im Hotel Montana Lodge & Spa in La Thuile.

Zimmer im Hotel Montana Lodge & Spa in La Thuile.

Fazit zum Geheimtipp Aostatal

Ich komme wieder! Das Aostatal hat mich fasziniert. Eine kleine Grenzregion Schweiz/Frankreich/Italien, die irgendwie vergessen scheint. Wieso auch immer, denn sie ist vielseitig und hat vieles zu bieten.

Das nächste Mal komme ich im Sommer wieder und dann will ich in dieser wundervollen und auch wilden Gegend eine tolle Wanderung unternehmen.

Hast du das Aostatal auch schon besucht?

Hier gibts noch mehr Inspiration für Ausflüge und Wochenendtrips:

Ich habe das Aostatal im Rahmen einer Pressereise besucht. Meine Meinung wird davon nicht beeinflusst.

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About Author

Am liebsten erkunde ich die Welt mit der ganzen Familie, egal ob vor der Haustüre in der Schweiz oder am anderen Ende der Welt. Mein Herz schlägt für Hawaii, Vermicelles und am liebsten bin ich im Wasser, sei es beim Surfen oder beim Tauchen.

6 Comments

  • Markus Schmid
    28. Januar 2019 at 5:14

    Ein interessanter Beitrag. Die ersten Landschaftsbilder erinnern mit an das Lötschental im Wallis

    Reply
    • Sarah Althaus
      28. Januar 2019 at 20:13

      Stimmt! Allzu weit weg ist das ja auch gar nicht…

      Reply
  • Martina
    26. Februar 2019 at 14:48

    Hallo Sarah,
    vielen Dank für diesen Beitrag, der mich nun total neugierig gemacht hat aufs Aostatal. Es sieht wirklich wunderschön aus dort und ich werde das Tal jetzt mal auf meine Reise-Wunschliste setzen.
    Liebe Grüße
    Martina

    Reply
  • Carla Schmitt
    31. Mai 2019 at 9:21

    Hey Sarah,

    das Aostatal ist übrigens auch jetzt im Sommer eine Reise wert. Es gibt herrliche Wanderrouten und die Natur kommt jetzt noch mal anders zur Geltung. Kulinarisch bleibt natürlich alles wie gehabt. Sehr lecker!

    Viele Grüße
    Carla

    Reply
    • Sarah Althaus
      2. Juni 2019 at 21:49

      Im Sommer würde ich sehr gerne auch mal ins Aostatal! Es muss dann auch wunderschön sein!

      Reply
  • Frank
    14. April 2023 at 12:32

    Ich bin im Juni 1 Woche vor Ort , oberhalb von Lillianes , mit Anschluss an einen Bauernhof…Bin gespannt 🙂

    Reply

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